Seit Mitte September 2026 steht eine elektrische Sattelzugmaschine auf unserem Hof in Wertingen. Wir testen den Elektro-Lkw im Kipperbetrieb — vor unserem eigenen Dreiachs-Kipperauflieger, im ganz normalen Tagesgeschäft.
Eines vorweg: Das ist ein laufender Test, kein Ergebnisbericht. Reichweiten, Verbrauch und Kosten nennen wir erst, wenn wir sie selbst gefahren sind. Was wir Ihnen heute schon sagen können, ist, warum wir das tun und worauf wir dabei achten.
Warum wir gerade jetzt einen Elektro-Lkw im Kipperbetrieb testen
Die Kraftstoffkosten sind einer der größten Posten in einem Fuhrpark. Mitte September 2026 stehen Diesel und Heizöl auf mehrjährigen Hochs — das zeigt auch unsere eigene Preisstatistik. Wer heute über Fahrzeuge für die nächsten zehn Jahre entscheidet, sollte die Alternativen wenigstens kennen.
Gleichzeitig sind elektrische Sattelzugmaschinen inzwischen in Reichweiten unterwegs, die für den Regionalverkehr taugen. Unsere Touren passen genau in dieses Profil: morgens vom Hof, Runden im Landkreis Dillingen, Richtung Augsburg oder Donau-Ries, abends zurück. Ob die Rechnung im Kipper aufgeht, sagt uns aber kein Prospekt — das sagt nur der Alltag.
Was den Kipperbetrieb so anspruchsvoll macht
Ein Kipper ist kein Planenzug auf der Autobahn. Er fährt kurze Wege mit hohem Gewicht, steht viel, rangiert viel und arbeitet auf Untergrund, den keine Planungssoftware kennt. Drei Punkte sind dabei besonders interessant.
Nebenverbraucher beim Kippen
Das Abkippen läuft über die Hydraulik. Beim Diesel liefert der laufende Motor die Energie dafür, beim Elektro-Lkw kommt sie aus derselben Batterie, die auch die Reichweite trägt. Wie stark das bei zehn oder fünfzehn Kippvorgängen am Tag ins Gewicht fällt, ist eine der Kernfragen unseres Tests.
Gewicht und Zuladung
Batterien wiegen. Für emissionsfreie Lkw sind beim zulässigen Gesamtgewicht zwar Ausnahmen vorgesehen, doch jede zusätzliche Tonne Fahrzeug ist am Ende eine Tonne weniger Schüttgut. Deshalb schauen wir auf die tatsächlich verbleibende Nutzlast im Vergleich zu unseren Diesel-Zugmaschinen — nicht auf Datenblätter.
Zufahrten und Ladepunkte
Im Steinbruch, auf der Baustelle oder an der Werkszufahrt steht keine Ladesäule. Geladen wird bei uns auf dem Betriebsgelände, und die Tour muss trotzdem durchlaufen. Dazu kommen unbefestigter Untergrund, enge Zufahrten und Steigungen mit voller Ladung.
Das prüfen wir im Alltag
Wir fahren den Wagen bewusst nicht auf einer Teststrecke, sondern auf unseren echten Touren. Darauf achten wir:
- Reichweite auf realen Fahrten, beladen und leer, mit den üblichen Standzeiten
- Energiebedarf beim Kippen und Rangieren, also außerhalb der reinen Fahrleistung
- verbleibende Nutzlast im direkten Vergleich zu unseren Diesel-Zugmaschinen
- Laden im Tagesablauf: Passt es in Pausen und Standzeiten oder bremst es die Tour?
- Handling auf Baustellen und im Steinbruch, inklusive Rangieren mit Auflieger
- Rückmeldung unserer Fahrer — sie entscheiden am Ende, ob ein Fahrzeug im Alltag trägt
- Verhalten bei Kälte, sobald die kalte Jahreszeit beginnt

Was wir heute noch nicht sagen können
Wir nennen bewusst keine Verbrauchswerte, keine Reichweiten und keine Kostenrechnung. Die Angaben des Herstellers kennen wir; ob sie zu Schüttgut, Hydraulik und Kurzstrecke passen, ist eine andere Frage. Belastbar ist nur, was wir selbst gemessen haben.
Offen ist auch, ob und wann ein solches Fahrzeug bei uns in den regulären Fuhrpark kommt. Genau das soll der Test beantworten — vorwegnehmen wollen wir es nicht.
Für Sie als Kunde ändert sich nichts
Der Testwagen läuft im normalen Betrieb mit. Ihre Schüttgut-Transporte und Aufträge rund um Transport und Entsorgung wickeln wir unverändert ab, mit denselben Fahrern und denselben Ansprechpartnern.
Auch bei den Kraftstoffen bleibt alles wie gewohnt: Diesel, AdBlue und HVO100 liefern wir weiter wie bisher. Unser Fuhrpark läuft dabei nach denselben Regeln wie zuvor — dazu gehören die gesetzlichen Prüffristen für Lkw und die Betreuung in unserer eigenen Meisterwerkstatt in Wertingen.
Wie es weitergeht
Wir fahren den Elektro-Lkw so lange wie möglich im Kipperbetrieb und berichten danach hier im Blog, was dabei herausgekommen ist — auch dann, wenn das Ergebnis nüchtern ausfällt. Wie schon beim CO2-Aufschlag auf die Lkw-Maut gilt: Wir schreiben auf, was wir tatsächlich erlebt haben.
Unabhängig davon, womit wir fahren, bleibt Ihre Versorgung unser Kerngeschäft. Ihren Preis für Heizöl oder Holzpellets können Sie jederzeit unverbindlich im Preisrechner berechnen. Und wenn Sie Fragen zum Test haben, sprechen Sie uns gerne an.
Häufige Fragen zum Elektro-Lkw im Kipperbetrieb
Welches Fahrzeug testen Sie genau?
Es ist eine elektrische Sattelzugmaschine von MAN, die uns als Testfahrzeug in Demo-Lackierung zur Verfügung steht. Gezogen wird unser eigener Dreiachs-Kipperauflieger, gefahren wird von unseren eigenen Fahrern im regulären Tagesgeschäft.
Fährt der Elektro-Lkw auch auf Baustellen und in den Steinbruch?
Ja, und genau darum geht es. Ein Test auf der Landstraße würde wenig aussagen. Erst unbefestigter Untergrund, enge Zufahrten und das Kippen unter Last zeigen, ob ein Elektro-Lkw im Kipperbetrieb wirklich mithält.
Stellen Sie Ihren Fuhrpark jetzt auf Elektro um?
Nein. Wir testen ein Fahrzeug, mehr nicht. Unsere Diesel-Zugmaschinen laufen unverändert weiter, und über Neubeschaffungen entscheiden wir erst, wenn belastbare Zahlen aus dem Alltag vorliegen.
Ändert sich für mich als Kunde etwas an Preis oder Lieferung?
Nein. Lieferzeiten, Abwicklung und Ansprechpartner bleiben unverändert. Der Test läuft innerhalb unseres normalen Betriebsablaufs und hat keine Auswirkungen auf Ihre Aufträge.